Forschung

Geschichte der Naturwissenschaften und Technik in geschlechtergeschichtlicher Perspektive

Eine geschlechteranalytische Perspektive auf die Geschichte der Naturwissenschaften und Technik wird vor allem von Beate Ceranski seit einigen Jahren verfolgt. Dabei geht es nicht nur darum, die Beiträge und Biographien von Naturwissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen zu erforschen - auch wenn hier spannende Geschichten geschrieben wurden und noch zu schreiben sind. Nachzulesen sind sie zum Beispiel in dem Buch von Beate Ceranski: 'Und sie fürchtet sich vor niemandem' - Die Physikerin Laura Bassi (1711-1778) (Frankfurt, New York 1996) oder in der hier entstandenen Dissertation 'Um mich nicht zu vergessen.' Hertha Sponer - ein Frauenleben für die Physik im 20. Jahrhundert von Marie-Ann Maushart. (Bassum 1997.)
Konzeptuell steht inzwischen vielmehr die Frage im Mittelpunkt, wo und inwiefern in der Geschichte der Naturwissenschaften und der Technik jeweils gängige Konzepte von Weiblichkeit und Männlichkeit zum Tragen kamen und kommen. Viele Themen offenbaren so erstmals oder ganz neu eine geschlechtsspezifische Dimension. Die Einordnung der Befunde in die politischen, sozialen und kulturellen Kontexte bindet die Geschlechtergeschichte der Naturwissenschaften und Technik an die allgemeine Geschichtswissenschaft zurück; durch entsprechende Lehrveranstaltungen wird auch den Studierenden der Zugang zu diesem Forschungsgebiet ermöglicht.

Publikationen:
Siehe zuletzt: Beate Ceranski: Transition towards Invisibility: Women's Scientific Activities around 1800. In: Gleixner, Ulrike u. Marion Gray (Hg.): Gender in Transition. Discourse and Practice in German-Speaking Europe, 1750-1850, University of Michigan Press, Ann Arbor 2006, 202-217, sowie für eine breiter gefächerte Sammlung von Fallstudien: Renate Tobies (Hg.): "Aller Männerkultur zum Trotz": Frauen in Mathematik und Naturwissenschaften. Frankfurt/ Main 1997

Lehrveranstaltungen:
Beate Ceranski: Die akademische Frau. Eigentlich: Von der Männlichkeit der Wissenschaft um 1900. (Seminar im Sommersemester 2005)
Beate Ceranski: Einführung in die Geschlechtergeschichte der Naturwissenschaften und Technik (Vorlesung und Übung im Sommersemester 2007)

Laufende Forschungsprojekte:
Die Förderung der gewerblichen Ausbildung der Frauen zu Beginn der Industrialisierung im Königreich Württemberg (Brigitte Nagel, Dissertationsprojekt)
Wissenschaftler als Helden? Die öffentliche Rezeption von Albert Einstein und Marie Curie im Vergleich (Beate Ceranski)

 

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