Forschung

Vergleichende Wissenschafts- und Technikgeschichte

Moderne Wissenschaftshistoriographie analysiert typischerweise stark kontextabhängige, lokale Ausprägungen von Wissenskulturen, -stilen und praktischer Fertigkeiten (skills). In dieser vertieften und vereinzelnden Betrachtung geht häufig der Blick für durchgängige Muster verloren. Diesem Trend wollen Klaus Hentschel und einige seiner Mitarbeiter durch eine dezidiert vergleichend ausgerichtete Forschung begegnen, bei der am Ende der Analyse jedes Einzelfalls immer auch die Frage nach seiner Verallgemeinerbarkeit oder zumindest seiner Vergleichbarkeit mit anderen, ähnlich gelagerten Fällen steht.

Näheres zur Programmatik: Klaus Hentschel: Der Vergleich als Brücke zwischen Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie, Journal for General Philosophy of Science 34 (2003) S. 251-275.

Für zwei Beispiele sich abzeichnender Muster in völlig verschiedenen Themenfeldern siehe Klaus Hentschel: The interplay of instrumentation, experiment and theory: Patterns emerging from case studies on solar redshift 1890-1960, Philosophy of Science 64 (1998), S. 53-64 und: Einstein und seine Exegeten: Inanspruchnahme und Deformation der Relativitätstheorie durch ihre frühen Verteidiger, in Philipp W. Balsiger & Rudolf Kötter (eds.) Die Kultur moderner Wissenschaft am Beispiel Albert Einstein, Heidelberg: Spektrum 2006, S. 69-95.

Eine Monographie mit einer disziplinen- und periodenübergreifenden vergleichenden Geschichte visueller Wissenschafts- und Technikkulturen, verfaßt von Prof. Dr. Klaus Hentschel, erscheint im Okt. 2014 bei Oxford University Press unter dem Titel: Visual Cultures in Science & Technology - A Comparative History. 512 S., 126 SW u. 16 Farbabb., 60 Pfund.

Der langjährige Lehrbeauftragte der GNT und jetztige Mitarbeiter der WGT Dr. Thomas Schuetz veröffentlichte Mitte 2011 seine Dissertation mit einem Kulturvergleich islamischer und christlicher Baukunst im Mittelalter:
Baumeister und Muhandis: Technologietransfer zwischen Orient und Okzident

 

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