Forschung

Funktion & Geschichte visueller Repräsentationen in Naturwissenschaft & Technik

Während ältere Wissenschaftsgeschichtsschreibung die Rolle von Bildmaterial oft auf die von Begleitillustrationen beschränkte, hat die neuere Historiographie der Naturwissenschaft und Technik sich von der Kunstgeschichte (Svetlana Alpers) und Wissenschaftssoziologie (Latour) inspirieren lassen und visuelle Repräsentationen aller Art (von 3D-Modellen über Farbtafeln, Lithographien und Kupferstiche, Zeichnungen, bis hin zu Dioramen u.a. Museumsinszenierungen) als eigenständige Studienobjekte von hoher Komplexität erkannt, die eigene Methoden zu ihrer Bearbeitung erfordern. In der Abteilung GNT werden an ausgewählten Beispielen Funktion und Geschichte visueller Repräsentationen in der naturwissenschaftlichen Forschungspraxis, aber auch in der zugeordneten Ausbildung untersucht.

Abgeschlossene Buch-Publikationen zum Thema:

Klaus Hentschel:

Visual Cultures in Science & Technology - A Comparative History. , Oxford: Oxford Univ. Press, erscheint im Okt. 2014.

Mapping the Spectrum. Techniques of Visual Representation in Research and Teaching, Oxford & New York: Oxford Univ. Press 2002; Ders. & Axel Wittmann (Hrsg.)

The Role of Visual Representations in Astronomy: History and Research Practice, Frankfurt: Harri Deutsch, 2000 (= Acta Historica Astronomiae, Bd. 9).

Zwei pointiertere Beiträge: Zur technischen Konstituierung und historischen Analyse wissenschaftlicher Bilder, in: Martina Heßler(Hrsg.) Konstruierte Sichtbarkeiten. /Wissenschafts- und Technikbilder seit der frühen Neuzeit/, München: Fink, 2006, pp. 117-127. Zur Rolle der Ästhetik in visuellen Wissenschaftskulturen, in Wolfgang Krohn (Hrsg.) /Ästhetik der Wissenschaften/, Hamburg: Meiner, 2006, S. 233-256 u. Farbtafel IV.

Siehe auch das Programm der von Prof.Dr. Klaus Hentschel in Hamburg 2001 organisierten Tagung Vom Holzschnitt zum Feynman-Graphen (Jahrestagung des Fachverbandes Physikgeschichte in der Deutschen Physikalischen Gesellschaft im Intern. Congress Centrum Hamburg).



Diejenigen, die oft mit großem Aufwand Bilder und Tafeln, Photographien und 3D-Modelle, Filme und Simulationen für Naturwissenschaftler, Mediziner und Techniker herstellen, sind oft historisch noch kaum untersucht. Seit 2011 wird an der Abteilung GNT von etwa 5 Personen eine internationale Datenbank aufgebaut, die dieser Forschungslücke Rechnung trägt, die international angelegte Database of Scientific Illustrators 1450-1950 (DSI) - es sind mittlerweile schon über 8600 Einträge zu Zeichnern u. Malern, Aquarelisten, Kupferstechern, Lithographen, Moulageuren und Modell-Machern aus 95 Ländern zusammengekommen.

 

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