Vita

Norbert Conrads wurde am 21. 9. 1938 in Breslau geboren. Seit 1960 studierte er Geschichte und Germanistik an den Universitäten Köln und Wien. Die Promotion erfolgte 1968 an der Universität Köln, die Habilitation für das Fach Neuere Geschichte 1978 an der Universität Saarbrücken. Nach Lehrtätigkeiten an den Universitäten Saarbrücken, Tübingen und Gießen nahm Conrads 1981 einen Ruf auf die Professur für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Stuttgart an. Hier blieb er bis zu seiner Entpflichtung im Jahr 2003. Im Jahre 1985 begründete er ein langfristiges Drittmittelprojekt für schlesische Geschichte, das im Jahre 2000 ein Bestandteil des Lehrstuhls für Geschichte der Frühen Neuzeit wurde. Ein Teil der Forschungsergebnisse wurde in der Reihe „Neue Forschungen zur schlesischen Geschichte“ veröffentlicht (Bände 1-16, 1992-2009).

Die Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeit von Conrads lagen und liegen in der Frühen Neuzeit, das heißt, im allgemeinen in der Bildungs- und Sozialgeschichte, im besonderen in der schlesischen Geschichte. In den letzten Jahren hat er sich der jüngeren Geschichte des schlesischen Judentums zugewandt. Dabei sind mehrere Veröffentlichungen und Medienbeiträge zur Persönlichkeit des Historikers Willy Cohn (1888-1941) entstanden, darunter 2010 die polnische Ausgabe und 2012 die amerikanische Ausgabeseiner Tagebücher.

Bis zu seiner Entpflichtung beteiligte sich Conrads regelmäßig an der Gremienarbeit der Universität Stuttgart. Von 1990-1991 war er Dekan und anschließend Prodekan seiner Fakultät. Ferner war er zeitweilig Mitglied des Großen Senates, des Verwaltungsrates, der Senatskommission für Graduiertenförderung sowie Ombudsperson für Geisteswissenschaften. Ebenso nahm er aktiv an der Partnerschaftsverbindung zwischen der Universität Stuttgart und der Politechnika Wrocławska in Wrocław (Breslau) teil.

In Würdigung seiner Verdienste als Historiker sowie für seine langjährige Kooperation mit der Universität Breslau erhielt Conrads im Jahre 2011 den Titel eines Doktors honoris causa der polnischen Universität Wrocław (Breslau) verliehen. Ähnlich begründete der Bundespräsident im Jahre 2017 die Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. An weiteren Auszeichnungen erhielt Conrads unter anderem den Georg-Dehio-Preis (1998), den Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen (2000), die Goldene Medaille (2004) und die Jubiläumsmedaille (2012) der Universität Wrocław (Breslau) sowie im Jahre 2016 den angesehenen polnisch-deutschen Preis der Fürstin Hedwig von Schlesien.