Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt

Fotolia_63568930_S© Trueffelpix - Fotolia.comFür die Reduktion psychischer Belastungen gibt es kein Patentrezept - das Thema ist komplex und die Ursachen zumeist vielfältig. In der Regel ist die Arbeit nicht der einzige Grund für die Entwicklung einer psychischen (Über-)Belastung oder gar Störung. Dennoch nimmt der Arbeitsplatz einen großen Teil im Leben der Kolleginnen und Kollegen ein und der Arbeitsplatz an der Universität Stuttgart soll als ein wichtiger Lebensraum in die Gesamtbetrachtung miteinbezogen werden.  

Das Verständnis der Thematik "Psychische Gesundheit" an der Universität Stuttgart basiert auf den folgenden Annahmen und ist für uns handlungsweisend. 

Belastungs- Beanspruchungsmodell
In der Arbeitspsychologie und im Arbeitsschutz werden die Ursache-Wirkungszusammenhänge der Arbeit auf den arbeitenden Menschen mit dem sogenannten Belastungs- Beanspruchungsmodell beschrieben. In der europäischen Norm werden die Begriffe wie folgt definiert:

"Psychische Belastung ist die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und auf ihn einwirken." (DIN EN ISO 10075-1) 
Dabei wird der Begriff der Belastung entgegen dem umgangsprachlichen Gebrauch wertneutral benutzt. 

"Psychische Beanspruchung ist die unmittelbare (nicht langfristige) Auswirkung der psychischen Belastung im Individuum in Abhängigkeit von seiner jeweiligen überdauernden und augenblicklichen Voraussetzungen, einschließlich der individuellen Bewältigungsstrategie." (DIN EN ISO 10075-1)
Im Wechselspiel mit den Fähigkeiten und Möglichkeiten eines Individuums, mit den Belastungen umzugehen, entsteht die psychische Beanspruchung. 

Einflüsse (=Belastungen) können demnach helfen oder schaden  - sie können Stressoren oder Ressourcen sein. Wie die Reaktion auf die jeweilige Belastung abläuft ist eine individuelle Reaktion und hängt von den eigenen Voraussetzungen ab. Dazu zählen beispielsweise Gesundheitszustand, Einstellung und Persönlichkeit, soziales Umfeld, Arbeitsaufgabe und Betriebliche Rahmenbedingungen. 
Das oft verwendete Modell der Waage zeigt deutlich: Anforderungen oder Stressoren werden erst dann zum Problem, wenn sie nicht durch ausreichende Ressourcen aufgefangen oder bewältigt werden können. Auch Phasen mit hohen Anforderungen können gesundheitsgerecht bewältigt werden  - wenn ausreichend Ressourcen zur Verfügung stehen.
Diese Betrachtungsweise zeigt uns: Es geht um eine ausgewogene Gestaltung beider Waagschalen!

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