DFG

Forschungsorientierte Gleichstellungsstandards

„Eine erfolgreiche Gleichstellungsstrategie führt zu einem erheblichen Mehrwert: Gleichstellung wirkt sich auf die Qualität der Forschung aus, da Talente aus einer größeren Grundgesamtheit geschöpft werden können, eine Vielfalt von Forschungsperspektiven gefördert wird (Diversity) und die blinden Flecken zur Bedeutung von Gender in den Forschungsinhalten und – methoden beseitigt werden können. Die Berücksichtigung von relevanten Gender- und Diversity-Aspekten ist insofern ein wesentliches Element qualitativ hochwertiger Forschung“.

(www.dfg.de/chancengleichheit )

 

Strukturelle und individuelle Chancengleichheitsmaßnahmen in den Förderverfahren


Die DFG verfügt über ein umfassendes Instrumentarium von Chancengleichheitsmaßnahmen, die auf die jeweiligen Förderverfahren abgestimmt sind. Um die für das jeweilige Projekt optimale Lösung zu entwickeln, wird der Projektleitung empfohlen, sich mit der Geschäftsstelle des Service Gender Consulting in Verbindung zu setzen und sich beraten zu lassen.

Eine erfolgreiche Gleichstellungsstrategie führt zu einem erheblichen Mehrwert: Gleichstellung wirkt sich auf die Qualität der Forschung und die Vielfalt von Forschungsperspektiven (Diversity) aus. Die Berücksichtigung von relevanten Gender- und Diversity-Aspekten ist insofern ein wesentliches Element qualitativ hochwertiger Forschung.

Um das Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern in der Forschung zu erreichen und nachhaltig zu sichern, vereinbarte die DFG in ihrer Mitgliederversammlung am 02.07.2008 die Einführung und Umsetzung von strukturellen und personellen Gleichstellungsstandards, den sogenannten "Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards".

Auf der Grundlage dieser Gleichstellungsstandards berät der Service Gender Consulting die Antragstellerinnen und Antragsteller der Universität Stuttgart durch passende Maßnahmen. Für die Bearbeitung der Genderaspekte in Forschungsanträgen an die DFG stehen Arbeitshilfen zur Verfügung, die der Vertiefung der Beratungsgespräche und der Unterstützung der weiteren Bearbeitung dienen.

Ein Leitfaden erläutert die zu berücksichtigenden Aspekte zu Genderfragen über den gesamten Ablauf der Antragstellung in kompakter und übersichtlicher Form.

Das Merkblatt Sonderforschungsbereiche informiert unter Punkt III.4 über "Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit"

 

Strukturelle Maßnahmen zur Verbesserung der Chancengleichheit der Geschlechter in der Wissenschaft sind:

 

  • Abschaffung aller absoluten Altersgrenzen in den Förderverfahren der DFG
  • Bereitstellung von pauschalen Mitteln für Chancengleichheitsmaßnahmen in koordinierten Verfahren
  • Prüfung von Gleichstellungskonzepten der Antragstellenden wissenschaftlichen Einrichtungen bei der Begutachtung in koordinierten Förderverfahren


Weiterhin hat die DFG zahlreiche individuelle Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit, insbesondere zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Karriere geschaffen. Dies sind beispielsweise

  • Anrechnung von Mutterschutz- und Elternzeit auf Antragsfristen, die auf einen bestimmten Punkt im Verlauf einer wissenschaftlichen Karriere Bezug nehmen (beispielsweise Promotion)
  • Berücksichtigung individueller Lebensumstände (beispielsweise verminderte Publikationsleistung wegen Mutterschutz und Elternzeit) bei der Beurteilung der bisherigen wissenschaftlichen Leistung
  • Projektunterstützungsmöglichkeiten bei familienbedingten Ausfällen in Projekten, insbesondere wegen Inanspruchnahme von Mutterschutz und Elternzeit
Aufgrund der individuell sehr verschiedenen Rahmenbedingungen von Forschungsprojekten gibt es in solchen Fällen keine Standardlösungen. Vielmehr können je nach dem Stand des Projektes, dem betroffenen Fach, der Planung des Projektablaufs und der Möglichkeit von Änderungen des Ablaufs verschiedene Maßnahmen sinnvoll sein.
Beispiele für solche Maßnahmen, die bei Bedarf auch teilweise miteinander kombiniert werden können, sind:

 

  • Bereitstellung von Mitteln für zusätzliches Personal
  • Laufzeitverlängerung und/oder Projektunterbrechung
  • Zustimmung zu Teilzeittätigkeit
  • Übertragung eines Projektes

Bei der DFG können für die sogenannten Koordinierten Programme (Schwerpunktprogramme, Forschergruppen, Klinische Forschergruppen, Graduiertenkollegs und Sonderforschungsbereiche) bis zu 15.000 Euro (bzw. 30.000 Euro bei SFBs) pro Jahr für Chancengleichheitsmaßnahmen beantragt werden.

Die Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln für Chancengleichheit ermöglicht Maßnahmen, um:

  • die Anzahl der Wissenschaftlerinnen auf der Ebene der Projektleitung zu erhöhen
  • die im Forschungsverbund von der DFG geförderten Nachwuchswissenschaftlerinnen (neben ihrer fachlichen Qualifizierung) für ihre wissenschaftliche Karriere zu qualifizieren
  • die Wissenschaft an der Universität Stuttgart familienfreundlicher zu gestalten

 

Bitte wenden Sie sich für eine individuelle Beratung an den Service Gender Consulting.