Vortragsreihe WS 14/15

1. Vortrag: 12. Januar 2015, Prof. Dr. Evelyn Ferstl (Universität Freiburg)

Frauen sind NICHT mitgemeint. Experimentalpsychologische Studien zur Wirkung von Sprache.

12. Januar 2015, Azenbergstraße 18, Hörsaal 18.11

  

Am 12.01. 2015 hielt Evelyn Ferstl, Professorin für Kognitionswissenschaft und Genderforschung an der Universität Freiburg, einen Vortrag über experimentalpsychologische Studien zur Wirkung von Sprache. Der Vortrag, der in Kooperation mit dem SFB 732 stattfand, war zugleich auch der Auftakt einer neuen Vortragsreihe des Service Gender Consulting, die 2015 unter dem Motto „Possible: Potenziale und Ziele der Universität Stuttgart“ steht.

Sprache ist nicht nur unser wichtigstes Verständigungsmittel, sie prägt auch unser Bewusstsein und unsere Kultur. Daher ist die sprachliche Gleichbehandlung der Geschlechter für eine erfolgreiche Gleichstellung von unerlässlicher Bedeutung. Im Vortrag legte Evelyn Ferstl dar, wie das innere Vorstellungsbild unsere Sprache lenkt und umgekehrt die Sprache unsere Vorstellung beeinflusst.

Oftmals wird in Texten angekündigt, dass aus Gründen der besseren Lesbarkeit nur die männliche Sprachform verwendet wird. Hierbei ist zu bedenken, dass die rein männliche Sprachform Frauen nicht mit einschließt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass der ausschließliche Gebrauch des generischen Maskulinums zu einem gedanklichen Ausschluss von Frauen führt. Das Thema des Vortrags ist im Hinblick auf die Zielsetzung einer gendergerechten Selbstdarstellung der Universität Stuttgart in Wort und Bild für alle Mitglieder unserer Universität von Bedeutung.

Presse-Echo:

Pressemitteilung der Stuttgarter Zeitung

Kommentar der Stuttgarter Zeitung

 

 

 

2. Vortrag: 23. Februar 2015, Prof. Dr. Reinhard Kreckel (Universität Halle Wittenberg)

Wissenschaftssysteme, akademische Karrierestrukturen und Geschlechterverhältnisse: Deutschland im internationalen Vergleich

23. Februar 2015, Keplerstraße 7, Senatssaal

 

 

Am Montag, den 23. Februar 2015, fand der zweite Vortrag der neuen Vortragsreihe „Possible: Potenziale und Ziele der Universität Stuttgart“ des Service Gender Consulting statt. Es sprach Professor Reinhard Kreckel, Universität Halle-Wittenberg, zum Thema „Wissenschaftssysteme, akademische Karrierestrukturen und Geschlechterverhältnisse: Deutschland im internationalen Vergleich.“

Reinhard Kreckel lehrte von 1992 bis 2006 Soziologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, deren Rektor er von 1996 bis 2000 war. Zugleich leitete er neun Jahre lang das renommierte Institut für Hochschulforschung (HoF) an der Leucorea in Wittenberg.

Seine wissenschaftlichen Interessen liegen auf dem Gebiet der theoretischen Makrosoziologie, der Soziologie sozialer Ungleichheiten sowie der Geschlechter- und der Hochschulforschung.

Als Experte auf dem Gebiet der internationalen Hochschulforschung gab Reinhard Kreckel in seinem Vortrag einen Überblick über die akademischen Karrierestrukturen im internationalen Vergleich und ermöglichte den Zuhörerinnen und Zuhörern Einblicke in sein derzeitiges DFG-Forschungsprojekt zu den Mechanismen der Elitebildung an Universitäten.

Professor Kreckels eigene wissenschaftliche Karriere ist international geprägt, mit Gastprofessuren an der New School for Social Research in New York, am Institut d'Études Politiques in Paris, sowie am Institut für höhere Studien in Wien und der Dalhousie University im kanadischen Halifax.

Seine jüngste Publikation, die 2014 unter dem Titel „Hasard oder Laufbahn. Akademische Karrierestrukturen im internationalen Vergleich“ erschien, beruht auf einem Forschungsprojekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde und eine hohe internationale Aufmerksamkeit erhielt.

 

3. Vortrag: 17. März 2015, Prof. Dr. Ferdi Schüth (MPI Mülheim/Ruhr & bis 2014 Vizepräsident der DFG)

 Ziele der Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der DFG

17. März 2015, 18-20 Uhr, Keplerstraße 7, Senatssaal

 

 

Im Jahr 2008 wurden die "Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards" der DFG verabschiedet, deren Ziel die Erhöhung des Frauenanteils auf allen wissenschaftlichen Karrierestufen ist.

Im Vortrag erläuterte Professor Schüth die Entstehung der "Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards" und deren Auswirkungen im Hochschulbereich.

Anschließend diskutierten der Rektor der Universität Stuttgart und die Vizepräsidenten der DFG die bisherige Umsetzung der Gleichstellungsstandards an der Universität Stuttgart und deren Perspektiven.

4. Vortrag: 30. Juni 2015, Prof. Dr. Sandra Richter (Universität Stuttgart)

 Karriere als Hürdenlauf: Warum der Weg in die Wissenschaft schwierig ist und reformiert werden muss.

30. Juni 2015, Universitätsbibliothek Stadtmitte, Holzgartenstraße 16

 

Sandra Richter, Professorin für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Stuttgart und Mitglied im Wissenschaftsrat, stellte in ihrem Vortrag die vom Wissenschaftsrat 2014 herausgegebenen „Empfehlungen zu Karrierezielen und –wegen an Universitäten“ vor und erläuterte, warum der Weg in die Wissenschaft insgesamt reformbedürftig ist und welchen Beitrag die Universität Stuttgart hierzu leisten kann.

Dem Vortrag folgte eine Podiumsdiskussion, bei der Prof. Sandra Richter mit Gästen aus der Wissenschaft darüber diskutierte, wie die Empfehlungen des Wissenschaftsrates umgesetzt werden könnten. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von der amtierenden Gleichstellungsbeauftragten Dr. Gabriele Hardtmann.

Teilnehmende Gäste waren:

  • Prof. Dr. Joachim Ostwald, Sprecher der Landesvertretung des Akademischen Mittelbaus an den Universitäten in Baden-Württemberg (LAM-BW) und Honorarprofessor sowie Akademischer Direktor am Lehrstuhl Tierphysiologie der Universität Tübingen 
  • PD Dr. Dr. Angelika Riemer, Mitglied der Jungen Akademie und Leiterin der Arbeitsgruppen „Immuntherapie und –prävention“ am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und „Molecular Vaccine Design“ des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) in Heidelberg 
  • Mark Dornbach, MSc., Doktorand der Universität Stuttgart

 

5. Vortrag: 20. Juli 2015, Prof. Dr. Margret Wintermantel (Präsidentin des DAAD)

Wie fördern wir unseren wissenschaftlichen Nachwuchs?

20. Juli 2015, Universitätsbibliothek Stadtmitte, Holzgartenstraße 16

 

 

Am Montag, den 20. Juli 2015, fand der fünfte Vortrag der neuen Vortragsreihe „Possible: Potenziale und Ziele der Universität Stuttgart“ des Service Gender Consulting statt.

Im Vortragssaal der Universitätsbibliothek erläuterte Margret Wintermantel, Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, wie der DAAD den wissenschaftlichen Austausch fördert und welche Möglichkeiten es für die Universität Stuttgart gibt, hochqualifizierte internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu gewinnen.

Im Anschluss an den Vortrag diskutierte Professorin Wintermantel mit dem Rektor der Universität Stuttgart über die internationale Ausrichtung und Vernetzung von Studierenden wie auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Das von Dr. Wolfgang Holtkamp, Senior Advisor International Affairs, moderierte Gespräch umfasste fünf Themenkomplexe: Studierende, Promovierende, Postdoc-Phase, Kooperationspartner sowie die Frage nach dem idealen Lebenslauf einer neu zu berufenden Person.

Die Veranstaltung erfreute sich einer hohen Aktualität, da die Internationalisierung hohe Priorität hat und auch beim Audit Internationalisierung, an dem unsere Universität ab Dezember 2015 teilnehmen wird, strategische Entwicklungen bei internationalen Aktivitäten im Vordergrund stehen werden. Einig waren sich der Rektor und die Präsidentin des DAAD in ihrer Einschätzung, dass ausländische Studierende sowie ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine große Bereicherung für unsere Universität sind. Wolfgang Holtkamp informierte darüber, dass die internationalen Vorhaben der Universität Stuttgart vom DAAD im letzten Jahr mit ca. 4 Millionen Euro gefördert wurden. Davon entfielen ca. 2 Millionen Euro auf Individualförderung (Studierende, Graduierte und Wissenschaftler/innen inklusive Promovierte aus dem In- und Ausland) sowie weitere 2 Millionen Euro auf die Förderung von Projekten und Programmen.

Der Rektor wies im Podiumsgespräch darauf hin, dass die Universität Stuttgart die weltweiten Austauschprogramme in den letzten Jahren stetig erweitert hat; einige dieser Beziehungen sind strategische Partnerschaften von herausragender Bedeutung, wie etwa die Partnerschaft mit der Polytechnischen Universität St. Petersburg. Mit dieser Universität pflegen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seit 25 Jahren einen intensiven Austausch. Darunter befindet sich auch ein einzigartiges Projekt der beiden Universitätsbibliotheken.

Neben strategischen Partnerschaften bietet die Universität Stuttgart auch Double Degree- Programme an. Diese ermöglichen es den Studierenden, Abschlüsse von zwei Universitäten zu erwerben. Dafür ist ein vorstrukturiertes Programm zu absolvieren, das in der Regel einen einjährigen Aufenthalt an der Gasthochschule und eine Abschlussarbeit beinhaltet, die von den Professorinnen und Professoren beider am Programm teilnehmenden Universitäten betreut und bewertet wird.

Der Anteil der internationalen Studierenden liege, so der Rektor, mit über 20 Prozent weit über dem Landesdurchschnitt. In der Diskussion wies Professorin Wintermantel darauf hin, dass der DAAD die Hochschulen auch beratend bei der Gewinnung von hochqualifizierten ausländischen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern unterstützt. Für die Rückgewinnung von deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Ausland bietet der Deutsche Akademische Austauschdienst seit 2009 bis zu sechsmonatige Rückkehrstipendien für die wissenschaftliche Wiedereingliederung an.

Die Diskussion zwischen der Präsidentin des DAAD und dem Rektor der Universität Stuttgart verdeutlichte, dass die Internationalisierung ein zentraler Baustein der institutionellen Profilentwicklung einer Hochschule ist und als Instrument der Qualitätsentwicklung zugleich auch Motor der Hochschulreform sein kann. Einig waren sich alle Beteiligten in der Einschätzung, dass die Netzwerkbildungen mit ausländischen Hochschul- und Forschungsinstitutionen und der Ausbau internationaler Forschungskooperationen maßgeblich die weitere Entwicklung unserer Hochschule prägt – und zwar in allen Bereichen, d.h. in Forschung, Lehre und Weiterbildung, im Management und in der Verwaltung sowie in den unterstützenden Serviceeinheiten.

Wie sehr der Deutsche Akademische Austauschdienst als Impulsgeber die Internationalisierung des Wissenschaftssystems mit seinem Leitbild „Wandel durch Austausch“ vorangetrieben hat, wurde bei der diesjährigen Festveranstaltung am 16. Juni in Berlin anlässlich des 90-jährigen Bestehens deutlich. Die Präsidentin des DAAD bilanzierte im Rückblick auf dieses Jubiläum, dass sowohl die Lehre als auch die Forschung an deutschen Hochschulen durch den Zugewinn ausländischer Expertinnen und Experten an Qualität gewonnen habe. Auch im Hinblick auf die Gleichstellung lasse sich ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis bei den Antragstellungen ermitteln: die Quote der Stipendiatinnen beim DAAD liegt derzeit bei 52 Prozent.

Hören Sie einfach rein!

 Kontakt:

Universität Stuttgart – Gleichstellungsreferat
Service Gender Consulting
Nicola Hille, M.A.
0711 685-84024