Buch- und Medientipps

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Textmaschinenkörper

Genderorientierte Lektüren des Androiden

Herausgegeben von Eva Kormann, Anke Gilleir und Angelika SchlimmerAmsterdam/New York, NY 2006. 253 pp., 4 ill. (Amsterdamer Beiträge zur neueren Germanistik 59)ISBN: 90-420-1778-3 Bound € 55,- / US$ 69.-Textmaschinenkörper ist ein Neologismus, aufgebaut aus drei Lexemen, die, auf unterschiedliche Weise zu Neukombinationen verbunden – Textmaschine, Maschinenkörper, Textkörper –, jeweils das Sprachliche, Mechanische oder Leibliche betonen. Das Hyperonym der einzelnen Wörter ist indes Konstruktion: Texte, Maschinen und Körper sind Artefakte, deren Herstellungsgeschichte und Wirkung zwar sehr unterschiedlich sein kann, aber deren Signum der menschlichen Konstruktion sie jeweils zu Elementen der Kulturpraxis im weitesten Sinn macht und deren Bedeutung immer wieder neu erfasst werden muss. Die unter dem Titel “Textmaschinenkörper” gesammelten Aufsätze befassen sich mit der Darstellung des Maschinenkörpers in literarischen, filmischen und digitalen Texten. Sie analysieren Körper-, Geschlechter- und Menschenkonstruktionen, die auf einer Skala von Medien, vom schriftlich fixierten literarischen Text bis zur digitalen Vorstellung im Computerspiel, repräsentiert und thematisiert werden. Der Band präsentiert erstmals dezidiert genderorientierte Analysen zum Motiv des künstlichen Menschen vor allem zur deutschsprachigen Literatur – von Automaten in der Dichtung des Mittelalters über Marionetten, Puppen und Automaten in der Romantik und in der Literatur des fin de siècle bis hin zu aktuellen Reflexionen über Körper, Technik und Reproduktion – und zur Variation des Motivs im Film des 20. Jahrhunderts – von Metropolis bis Matrix.

Tipps

  • Aus den vielen interessanten neuen Buchpublikationen zu Germanistik & Gender sind hier die folgenden drei Titel gewählt:- Brigid Haines und Margaret Littler: Contemporary Women’s Writing in German: Changing the subject. Oxford 2004.- Carola Hilmes: Skandalgeschichten. Aspekte einer Frauenliteraturgeschichte. Königstein/Taunus 2004. (Vgl. auch die Presseinformation des Ulrike Helmer Verlags.)- Birte Giesler, Eva Kormann, Ana Kugli, Gaby Pailer (Hg.): Gelegentlich: Brecht. Jubiläumsschrift für Jan Knopf. Heidelberg 2004. (Der Band enthält viele Aufsätze zum Werk Brechts und zur Geschlechterforschung.)
  • DaSinD online – der online-Zugriff auf die Datenbank Schriftstellerinnen in Deutschland 1945 ff. = die bio-bibliographische Datenbank für Schriftstellerinnen und Übersetzerinnen, die seit 1945 in deutscher Sprache in Deutschland publiziert haben. / Hrsg.: Stiftung Frauen-Literatur-Forschung e.V. Bremen, 2007 ff. / Abonnements unter
    http://dasind.zait.uni-bremen.de/recherche/ oder http://www.dasind.uni-bremen.de/
  • DaSinD texte – ist eine Datenbank mit wissenschaftlichem Anspruch. Die Texte bzw. die Zitate werden ausschließlich nach Erstausgaben, wissenschaftlichen Kriterien unterliegenden Neudrucken oder Werkausgaben zitiert. Erstpublikationsdaten werden angegeben, falls sie von denjenigen der zitierten Quellen abweichen. DaSinD texte startet mit reflexA. Sie stellt literarische Spiegelszenen von Frauen im zitierfähigen Volltext zur Verfügung. Es werden deutschsprachige Romane, Kurzprosatexte, Gedichte und autobiographische Texte aus dem 18.-21. Jahrhundert ausgewertet. Das Copyright für die Zusammenstellung der Dokumente in reflexA liegt bei Nikola Roßbach (mail@nikola-rossbach.de).
    DaSinD texte / Hrsg.: Hrsg.: Stiftung Frauen-Literatur-Forschung e.V. Bremen, 2008 ff. / ab November online: http://www.dasind.uni-bremen.de/
    Fragen und Informationen: dasind@uni-bremen.de (Marion Schulz)