Gemeindefahrt nach Schmalkalden (20.01-22.01.06)

Schmalkalden…hm, wo liegt das noch gleich? Um dieser Frage und vielen anderen nachzugehen, hatten wir von der ESG Stuttgart die Idee, doch mal eine Fahrt dort hin zu organisieren. Bei der Idee alleine blieb es nicht, sie wandelte sich rasch in präzise Planung, denn es sollte ja etwas ganz Besonderes werden. Angesetzt und realisiert wurde die Fahrt dann am Wochenende vom 20. bis 22.01.06. Schon am Freitag stand einiges auf unserem Plan. Los ging alles im Hermann – Ehlers – Haus, da ein Großteil (oder besser gesagt 7 von 9) aus dem Wohnheim waren und so machten wir uns zur Mittagsstunde auf den Weg zum Hauptbahnhof. Hier galt es bereits, die erste Hürde zu überwinden: unser Zug stand nicht auf der Anzeigetafel! Nachdem wir das nun mal überwunden hatten, machten sich mutige Streiter auf und sprachen ein ganzes Rudel von Bahnmitarbeitern an, die uns weiterhelfen konnten und uns den Weg zum richtigen Gleis wiesen. Dort trafen wir dann auch auf Pfarrer Schröder, unseren Studentenpfarrer, so dass die Runde zunächst mal komplett war (Julia startete von Potsdam aus nach Schmalkalden). Die Zugfahrt dauerte dann auch knapp 5 Stunden, und als wir schließlich in Schmalkalden ankamen, wurden wir von Herrn und Frau Lowien und Julia, die bereits eine Stunde vor uns angekommen war, herzlich empfangen. Nachdem wir uns über Stufen und durch Pfützen zum Gemeindehaus Bohrmühle vorgearbeitet hatten, begutachteten wir unter der Führung von Astrid die Räumlichkeiten. Nachdem parallel zu unserem Abendessen der Vorbereitungsabend für den Gottesdienst am Sonntag stattgefunden hatte, wurden wir darum gebeten, das Lied „Von guten Mächten“ von Bonhoeffer mit Klavier und Mundharmonika vorzutragen. Den Freitagabend ließen wir nach einem Gespräch mit der Studentenpfarrerin der ESG Schmalkalden und einem kleinen Spaziergang locker ausklingen. Nach einer kurzen Nacht und einer aufgrund geringer Anzahl von Waschbecken auf perfekter Organisation basierender Waschstraße, starteten wir gestärkt durch das Frühstück zu unserem Ausflug nach Eisenach. Nach der Fahrt mit Pfarrer Ackermann als Pilot kamen wir trotz der Wetterverhältnisse mit Schnee und Eisglätte schnell und unbeschadet bei der Wartburg an. Einen kurzen Fußmarsch später und nachdem wir uns einen ersten Überblick über die Burganlagen verschafft hatten, genossen wir eine sehr informative Führung. Berichtet wurde dabei sowohl über die Entstehungsgeschichte der Burg, das Leben der Heiligen Elisabeth und Luthers Wirken in und außerhalb der Burgmauern als Junker Jörg. Da wir nun mal schon in Eisenach waren, bot es sich an, gleich noch das Bachhaus bzw. das Lutherhaus zu besichtigen – obwohl dadurch zur Enttäuschung einiger die Fahrt nach Oberhof nicht gemacht werden konnte. Ein Besänftigungsversuch war später dann die Fahrt nach Brotterode zum Inselsberg. Aber noch mal ein kurzer Schwenker zu Eisenach. Beide besichtigten Häuser waren, ähnlich wie die Wartburg, historisch sehr interessant, so gab es im Bachhaus eine Ausstellung historischer Musikinstrumente und im Lutherhaus eine Darstellung der Entwicklung der Pfarrhäuser im geschichtlichen Wandel. Nach diesen Ausflügen in die Innenstadt von Eisenach machten wir uns auf, einen der höchsten Berge in Thüringen zu erklimmen. Angekommen auf dem kleinen Inselsberg stellten wir fest, dass hier wunderbarerweise statt Regen wie in Eisenach Schnee vom Himmel fiel. So wurde dann der „Aufstieg“ schneeballreich und sorgte auf dem Rückweg für einige Schlitterpartien. Schade war nur, dass wegen dem Wetter ein schöner Rundblick über den Thüringer Wald nicht möglich war. Zur Aufwärmung gab es in Schmalkalden dann eine echte Spezialität: Thüringer Bratwürste mit Kartoffelsalat (es wurde den anwesenden Thüringern übrigens bestätigt, dass sie wirklich gut schmecken). Zum Abschluss des Abends wurden dann natürlich Spiele gespielt. Vorher fand aber noch eine kurze Probe des Liedes für den Gottesdienst statt. Am Sonntagmorgen, wiederum nach einer nicht gerade langen Nacht, fand nach dem Frühstück die Stadtführung in Schmalkalden statt. Geführt wurden wir von Frau Braun, einer richtigen Einheimischen. Teilweise völlig aus der Puste kamen wir dann glücklich auf dem Kirchturm der Stadtkirche an, doch der schöne Ausblick belohnte die Anstrengungen. Auch das Innere der Kirche konnten wir besichtigen. Natürlich erhielten wir auch interessante Informationen über die Gründungsgeschichte des Städtchens, dass zur Zeit der Reformation eine so wichtige Rolle gespielt hatte. Zum Abschluss stand dann noch eine Besichtigung der Schlosskirche an, die als eines der bedeutendsten Beispiele der Gestaltung evangelischer Kirchen mit der Anordnung von Altar, Kanzel und Orgel in einer Linie, gilt. Zum Mittagessen gings dann zur Familie Lowien, die uns bereits das ganze Wochenende hindurch so gut versorgt hatte. Auch diesmal ließen wir es uns wieder schmecken. Nach dem Essen stand dann noch der Gottesdienst bevor. Dieser begann um 14:30 im Gemeindehaus Bohrmühle. Es war interessant, einmal eine andere Form der Gottesdienstgestaltung erleben zu können. Für einige war sehr überraschend, dass in dem Gottesdienst zwar kein Abendmahl stattfand, aber dennoch das Brot symbolisch geteilt wurde. Anschließend fand noch ein gemütliches Beisammensein mit Kaffee und Kuchen statt, wobei besonders letzterer im Mittelpunkt einiger Verhandlungen stand (der Käsekuchen erfreute sich bei speziellen Leuten großer Beliebtheit). So, nach der Stärkung gab es dann nur noch einen Programmpunkt: die Rückfahrt nach Stuttgart. In eisiger Kälte standen wir auf dem Bahnhof in Zella – Mehlis und warteten auf unseren Anschlusszug nach Würzburg. Die Zugfahrt konnte dann auch endlich mal genutzt werden, um ein komplettes Tichu zu spielen, wozu wir von uns seltsamerweise in Schmalkalden keine Zeit hatten. Unsere Bemühungen Pfarrer Schröder beim Spielen, dieses für uns so wichtigen Spieles, einzubeziehen scheiterten jedoch. Gegen 23 Uhr hatten wir dann unser Ziel erreicht und landeten wohlbehalten mitten im Schwabenländle. An dieser Stelle möchten wir uns alle bedanken für die Offenheit und Herzlichkeit, mit der wir in Schmalkalden aufgenommen wurden.

Von Astrid, Daniela und Stefan