Interesse an Chemie?
Informationen für Studierende
Direkt zu


 

Neuer Forschungscluster: Nachhaltige und Effiziente Biosynthesen

December 6, 2013; Martin Ploß und Francisca Luesken

Im Hinblick auf die Herstellung nachhaltiger neuer Produkte und Materialen wurde am 1. Oktober 2013 das Forschungscluster „Nachhaltige und effiziente Biosynthesen“ durch die Universitäten Stuttgart, Ulm und Tübingen und das Karlsruher Institut für Technologie gegründet, welches durch das Land Baden-Württemberg gefördert wird.

Hintergrund: Unsere globalisierte Gesellschaft steht derzeit vor einer ihrer größten Umbrüche. Eine immer größere Weltbevölkerung muss angesichts schwindender organischer und fossiler Ressourcen versorgt werden. Bei der Lösung dieser Aufgabe kann uns die Natur nicht nur Vorbild sein, sondern auch zur Lösung beitragen, indem wir einen Rohstoffwandel und eine Kreislaufwirtschaft anstreben. Baden-Württemberg bietet hierfür ideale Voraussetzungen, um auf diesem Arbeitsgebiet einen signifikanten Beitrag zu leisten. An den eng benachbarten Universitäten Ulm, Tübingen, Stuttgart und Karlsruhe sind kompetente Arbeitsgruppen und die benötigten technischen Einrichtungen vorhanden.
 
Ziel: Durch die Vernetzung der Arbeitsgruppen soll es gelingen einen international sichtbaren und exzellenten Schwerpunkt aufzubauen. Durch dieses Netzwerk sollen die Disziplinen Biotechnologie, Chemie und Ingenieurwissenschaften miteinander verknüpft werden. Bei der Bearbeitung der Forschungsprojekte werden dementsprechend Methoden aus der Biotechnologie, der Chemie, der Bioinformatik und den Ingenieurwissenschaften integrativ zum Einsatz kommen. Wesentliches Ziel dieses Netzwerkes ist die Entwicklung neuartiger Biosyntheserouten zur effizienten Herstellung von Produkten, die sich dadurch auszeichnen, dass sie hinsichtlich ihrer Produktionskosten, Nutzung der Rohstoffe, Generierung von Abfall und Emissionen und ihres Risikopotenzials deutlich günstiger als die der herkömmlichen Verfahren sind. Hierfür werden im Forschungscluster drei produktorientierte Schwerpunkte bearbeitet:
 
  •     Herstellung von chemischen Grundprodukten auf Basis von Synthesegas
  •     Herstellung von Terpenen und Terpenoiden
  •     Herstellung funktioneller Peptide
 
Dafür werden innovative, effiziente und ressourcenschonende Biosyntheserouten entwickelt, das Spektrum biokatalytischer Reaktionen erweitert, chemische und biochemische Reaktionen kombiniert, Wirtsstämme ausgewählt und deren genetische Stabilität und Heterogenität kontrolliert und angepasst.
Durch die Entwicklung dieser Plattformen soll der Industrie zukünftig ein Zugang zu Wirk- und Werkstoffen geschaffen werden.
 
Mitglieder des Forschungsclusters:
Prof. Dr. Bernhard Hauer, Institut für Technische Biochemie, Universität Stuttgart
Prof. Dr. Jürgen Pleiss, Institut für Technische Biochemie, Universität Stuttgart
Prof. Dr. Frank Allgöwer, Institut für Systemtheorie und Regelungstechnik, Universität Stuttgart
Prof. Dr. Ralf Takors, Institut für Bioverfahrenstechnik, Universität Stuttgart
Prof. Dr. Bernd Plietker, Institut für Organische Chemie, Universität Stuttgart
Prof. Dr. Joachim Bill, Institut für Materialwissenschaft, Universität Stuttgart
Prof. Dr. Friedrich Götz, Institut für Mikrobielle Genetik, Universität Tübingen
Prof. Dr. Stephanie Grond, Institut für Organische Chemie, Universität Tübingen
Prof. Dr. Peter Dürre, Institut für Mikrobiologie und Biotechnologie, Universität Ulm
Prof. Dr. Christoph Syldatk, Institut für Bio- und Lebensmitteltechnik, Karlsruher Institut für Technologie