Themenvorschläge für Studien- und Diplomarbeiten
Single subunit counting using stepwise fluorescence loss of single fluorophores by photobleaching (FLIP)
Ziel: Im Rahmen der angebotenen Diplomarbeit sollen einzelne Unterein-heiten der Proteintranslokase in vitro mit
Fluoreszenzfarbstoffen markiert und die Anzahl der markierten Untereinheiten in einzelnen Proteinkomplexen mittels
FLIP quantitativ bestimmt werden.
Methoden: FLIP (Fluorescence Loss In Photobleaching) beruht auf der quantitativen Bestimmung der Fluores-zenzemission
einzelner Moleküle. Gleichzeitig erfolgt eine kontinuierliche Laserbestrahlung, die die Fluoreszenz im bestrahlten
Bereich zerstört (Photobleaching). In der Folge nimmt die Fluoreszenz in diesem Bereich ab. Werden einzelne Moleküle
mit nur wenigen Fluorophoren bestrahlt, so kann man bei hinreichend geringer
Hintergrundfluoreszenz beobachten, wie die Fluoreszenz-emission in diskreten Stufen abnimmt. Auf diese Weise lässt
sich die Zahl der Fluorphore in einem Molekülverband quantitativ bestimmen (siehe Leake et al. 2006, „Stoichiometry
and turnover in single, functioning membrane protein complexes“, Nature 443, 355-358).
Neben FLIP kommen in der Diplomarbeit klassische zellbiologische und proteinbiochemische zur Anwendung. Darüber
hinaus gilt es ein Verfahren zur funktionellen Immobilisierung einzelner fluoreszenzmarkierter Protein-komplexe
auf Quarzglasträgern für die FLIP-Messungen zu etablieren.
Klonierung, Expression und Rückfaltung
verschiedener Tom40-Konstrukte
Motivation: Ionenkanäle und Translokasen sind biologische Nanoporen, die den spezifischen Transport
von Molekülen und elektrischer Information über die Barriere einer Lipidmembran bewerkstelligen. Die
Porendurchmesser variieren von 1-50 nm und lassen Moleküle in der Größenordnung von anorganischen Ionen
bis zu Biopolymeren passieren. Die Poren können dabei sehr genau zwischen unterschiedlichen Substraten
differenzieren. Neben den Filtereigenschaften haben Porenproteine aber auch noch weitere interessante
Eigenschaften. So lassen sich viele Kanäle durch die Transmembranspannung beeinflussen und wirken so als
molekulare Schalter. Auf diese Weise können sie als elektrische Biosensoren fungieren.
Ziel: Ziel des Projekts ist die Nutzung der oben genannten Eigenschaften biologischer Poren für nanoskalige
elektronische Bauteile. Hierzu soll ein bereits existierender und eingehend charakterisierter Proteinkanal
hinsichtlich seiner Eigenschaften als molekularer Schalter durch Mutagenese optimiert werden. Das Projekt wird
durch die Landesstiftung Baden-Württemberg gefördert.
Methoden: Klonierung unterschiedlicher Tom40 Mutanten (Human, Arabidopsis, Rind, Giardia, Thermomyces), PCR,
DNA-Sequenzierung, Transformation, Proteinexpression in E. coli, In vitro Faltung von Proteinen.
Teilnahme an einem Nanotechmeeting der Landesstiftung BW im September möglich.
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