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Amateurfunk-Technik für das SSETI-Projekt

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Was ist SSETI ?

SSETI ist eine englische Abkürzung und steht für die Student Space Exploration and Technology Initiative der ESA, der europäischen Raumfahrtbehörde.
Ziel dieser Initiative ist, einen Satelliten zu entwickeln, zu bauen, erfolgreich ins All zu bringen und natürlich auch zu nutzen. Die Initiative umfaßt 12 Nationen und mehr als 20 studentische Teams. Eines davon arbeitet an der Universität Stuttgart am Teilprojekt Kaltgasantriebseinheit für Lageregelung und Orbitkontrolle (externer LinkHomepage).

SSETI Express ist der erste Satellit des Projekts. Er startet voraussichtlich am 27. Oktober 2005. Daten werden ca. 100 Minuten nach dem Start erwartet.
SSETI-Express wird drei von Universitäten entwickelte CUBESAT-Picosatelliten in den Orbit aussetzen, Bilder von der Erde aufnehmen und als Versuchsträger für die Folgemission ESEO die integrierte Hard- und Software testen.
Nach der voraussichtlichen Missionszeit von etwa einem Monat wird SSETI Express dann als Funk-Transponder für den Amateurfunk dienen, bis er schließlich (hoffentlich nach möglichst langer Betriebszeit) in der Erdatmosphäre verglüht.

ESEO (European Student Earth Orbiter), der zweite Satellit der Mission, soll die Erde umkreisen, Bilder aufnehmen und verschiedene Strahlungsmessungen durchführen. Er wird voraussichtlich 2007 starten.

Die Amateurfunk-Technik an Bord von SSETI-Express

Die gesamte Amateurfunk-Technik stammt aus Großbritannien und wird maßgeblich von der dortigen externer LinkAMSAT-Landesorganisation unterstützt.

Zunächst wird der Sender ausschließlich zur Übertragung von Telemetrie-Daten genutzt.

Der Sender, dessen genauer Aufbau (einschließlich weiterer Detailinformationen und Verweise) auf der externer LinkHomepage des UHF-S-Band-Transponders beschrieben ist, arbeitet auf 437.250 MHz mit einer Leistung von ungefähr 3 Watt. Der Sender ist mit FSK moduliert. Alle Daten werden mit einer Übertragungsrate von 9600bps über das Protokoll AX25 übertragen.

Als Antenne wird eine Stabantenne (monopole whip) eingesetzt. Die Polarisation der Antenne ist linear.

Um am Boden zunächst die Telemetrie-Übertragungen verfolgen und später die Sprach- und Datendienste im Amateurfunk nutzen zu können, wird eine 9x9 Kreuzyagi benötigt. Eine Sendeleistung von 1 bis 5 Watt sollten ausreichen, um Daten und Sprache erfolgreich an den Transponder zu senden. Die Sendeleistung ist maßgeblich abhängig vom aktuellen Störpegel (Interferenzen), dem der Empfänger im Transponder ausgesetzt ist.

Für die Nutzung von Sprachdiensten muß an den Empfänger im Transponder ein 67Hz-CTCSS-Tonsignal übermittelt werden. Um Daten zu übertragen, ist ein handelsüblicher G3RUH-kompatibler TNC ausreichend.
Unter Umständen ist es für reinen Sprachgebrauch auch erfolgreich möglich, über ein Handsprechfunkgerät eine Verbindung herzustellen.

Links

externer Link Die Homepage der SSETI-Mission
externer Link Die deutsche Hompage der SSETI-Mission


Besonderen Dank an Marc, DB1GU, für die Bereitstellung von Informationen und Links, seine zahlreichen Anregungen und die kritische Durchsicht des Textes.