fs33 – Gavilàn

 

Ein 20m-Hochleistungs-Doppelsitzer

Die fs33 ist ein Hochleistungsdoppelsitzer mit 20m Spannweite, der auf die 1989 neu definierte Doppelsitzerklasse zielt. Das Flugzeug ist hinsichtlich Konzept und Auslegung für eine Akaflieg eher konventionell. Trotz des herkömmlichen Entwurfs wurde auf die Optimierung aller Einzelteile geachtet und konsequent auf Leichtbau gesetzt. Deshalb wurde für die komplette Struktur kohlefaserverstärkter Kunststoff verwendet. Nur im Cockpitbereich wurde aus Sicherheitsgründen wie schon bei der fs31 Kohle-Kevlar-Hybridgewebe und -gelege und für die Holmstege wie vom Luftfahrtbundesamt vorgegeben Glasgewebe verwendet. Bei besten Flugleistungen sollte die fs33 ein angenehmes und handliches Flugverhalten bieten, um sich so auch im Gruppenbetrieb zu bewähren.

Bei der etwa 10-jährigen Konstruktions- und Bauphase der fs32 „Aquila“ war es keinem der aktiven Mitglieder möglich, an dem Projekt in voller Länge mitzuarbeiten. Auch unter dem Aspekt hoher Anforderungen im Studium bei kürzeren Studienzeiten ist bei der fs33 auf eine schnelle Realisierbarkeit Wert gelegt worden.

Um die Vorteile der Negativbauweise ausschöpfen zu können, ohne Zeit für den Bau von Urkernen zu verlieren, wurden für alle Strukturteile bereits vorhandene Formen verwendet:

  • die fs31-Rumpfforme: aufgrund der hohen aerodynamischen Güte des fs 31-Rumpfes
  • die fs32-Flügelformen: allerdings ohne Spaltklappe und auf 20m gestreckt
  • die Formen des Nimbus-Leitwerkes von Schempp-Hirth

Die Flügel erhielten durch die Verwendung der verlängerten fs32-Formen eine hohe Streckung. Die Torsionsschale ist aus UD-Gelege laminiert. Im Gegensatz zu Gewebe liegen die Fasern dabei gestreckt im Laminat und können höher belastet werden. Die Querruder- und Wölbklappenfunktion der 3-teiligen Flügelklappen ist über die gesamte Spannweite durch einen Mischer an der Flügelwurzel so überlagert, daß in jedem Flugzustand die eliptische Auftriebsverteilung möglichst optimal erhalten bleibt und ausreichende Steuerbarkeit und Abkippsicherheit zu erwarten waren.

Der Rumpf entspricht – abgesehen vom Leitwerk – dem der fs31. Allerdings musste natürlich die Steuerung für den Wölbklappenflieger komplett neu konstruiert werden. Um Bauzeit einzusparen, wurden- soweit sinnvoll – im Cockpitbereich Bauteile der Firma Alexander Schleicher übernommen. Diese hatte für eine Sonderanfertigung im Gegenzug die fs31-Rumpfformen verwendet und ihren Offene-Klasse-Doppelsitzer ash 25 daraus entwickelt. Das Cockpit wurde, entsprechend den mit der fs31 gemachten Erfahrungen, etwas geräumiger. Das Prinzip der fs31, den Rumpf in eine Ober- und Unterschale zu trennen und so das Cockpit voll in die Unterschale einbauen zu können, wurde beibehalten. Im Gegensatz zu der üblichen, in der Serienproduktion angewendeten, vertikalen Trennebene entfällt so die Klebenaht unter dem Piloten, die im Crashfall platzen könnte.

Das Fahrwerk bestand aus Gewichtsgründen ursprünglich aus CFK mit eingeklebten Stahlbeschlägen. Hierüber existierten nur sehr wenige Praxiserfahrungen. Da das Fahrwerk bei einer Außenlandung stark beschädigt wurde und somit ein Neuaufbau des CFK-Fahrwerks nötig gewesen wäre, wurde darauf verzichtet und ein bewährtes Stahl-Fahrwerk eingesetzt, welches auch zukünftig leicht zu reparieren ist.

Technische Daten

Bau 1992 – 1998
Erstflug 26. Juni 1998
Spannweite 20 m
Flügelfläche 14,4 m²
Streckung 27,8
Profil AH 81 K 4/20
Länge 8,98 m
Leergewicht 396 kg
max. Fluggewicht 640 kg
Vne 280 km/h