fs32 – Aguila

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Spalt-Fowler für Schnell- und Langsamflug

Normalerweise stellt ein Flügelprofil immer einen Kompromiss zwischen guten Schnell- und Langsamflugeigenschaften dar. Doch durch Änderung der Profil- oder Flügelgeometrie, ist es möglich den Flügel den verschiedenen Flugzuständen anzupassen. Innerhalb der idaflieg sind schon einige Vertreter nach diesem Prinzip gebaut worden: fs29, die Mü 27, die SB 11 und die D 40. Der Teleskopflügel der fs29 führt zu einem hohen Gewicht und das Teleskopieren verlangt dem Piloten einen großen Aufwand an Zeit und Kraft ab. Dagegen haben die Flächenklappen den Nachteil im ausgefahrenen Zustand die relative Querruderfläche und damit die Wendigkeit zu verringern und den Beiwert des induzierten Widerstands zu erhöhen.

In umfangreichen Untersuchungen konnte vor einigen Jahren im Laminarwindkanal des Instituts für Aerodynamik und Gasdynamik der Universität Stuttgart ein Profil entwickelt werden, das durch einen ausfahrbaren Fowlerflügel eine nur unwesentliche Flächenvergrößerung mit sich bringt, die Profilwölbung stark erhöht und durch einen Spalt einem starken Widerstandszuwachs entgegenwirkt. Dadurch können hohe Auftriebsbeiwerte erzielt werden, was für die fs32 bedeutet, daß sie langsamer und enger im Zentrum der Aufwinde kreisen kann, wo das Steigen am stärksten ist.

In der Schnellflugkonfiguration entspricht das Profil dem eines modernen Rennklasseflugzeuges und steht dessen Leistung in keiner Weise nach. In der Langsamflugkonfiguration werden Wölbklappe und Querruder unter den Hauptflügel gefahren. Der obere Teil der Flügelschale wird nach dem Holm nach unten geklappt und schließt so die Profilhinterkante. Dazu wurde auf der Flügeloberseite eine elastische Zone, die sogenannte Membran, als Biegescharnier vorgesehen.

Die Mechanik in jeder Flügelhälfte besteht aus ca. 1500 Teilen die mit Hilfe der MBB Lehrlingswerkstatt in Donauwörth (Fräßteile) und MAN in München (CFK-Torsionsrohre), denen unser Dank gilt, gefertigt wurden. Entsprechend eng geht es in der Flügelschale zu. Zusätzlich erschwert wurde die Auslegung dadurch, dass der Flügel besonders steif sein musste, damit die Mechanik leichtgängig bleibt und die Membran nicht beult. Der Rumpf wurde in den Formen des Schempp-Hirth Ventus b gebaut. Die Faserbelegung wurde nach der Methode der Finiten Elemente optimiert. Das Höhenleitwerk wurde neu entworfen. Das Seitenruder aus Prepregs, mit denen sich ein hoher Faservolumenanteil erreichen lässt, gebaut.

Technische Daten
Bau 1985 – 1991
Erstflug 18. Februar 1992
Spannweite 15 m
Flügelfläche 9,94 m²
Streckung 22,64
Profil FX 81 K 144/20
V-Stellung
Länge 6,62 m
Leergewicht 285 kg
max. Fluggewicht 500 kg