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Der Flugdatenschreiber

Bei der Flugerprobung von Segelflugzeugen und anderen Leichtflugzeugen werden heutzutage meist noch relativ einfache Methoden und Hilfsmittel verwendet, die oft lediglich qualitative Aussagen über die Flugeigenschaften und die Flugleistungen des betrachteten Luftfahrzeuges zulassen. Quantitative Ergebnisse sind, wenn überhaupt, bedingt durch die simplen Hilfsmittel und Methoden nur ungenau zu ermitteln und werden nur durch Mittelwertbildung aus mehreren Messungen unterschiedlicher Piloten aussagekräftig.

Im Gegensatz hierzu werden bei der Flugerprobung von größeren Flugzeugen grundsätzlich aufwendige Meßeinrichtungen verwendet, die es den Flugerprobungsingenieuren und Testpiloten ermöglichen sämtliche zur Beschreibung des Flugzustandes notwendigen Parameter zu erfassen und derart aufzuzeichnen, so daß sie zu einem späteren Zeitpunkt (am Boden) zur genauen Auswertung zur Verfügung stehen. Somit kann der Testpilot sich voll auf das exakte Ausführen des entsprechenden Manövers konzentrieren und ist nicht durch das Ablesen und Dokumentieren der Meßwerte belastet, die durch die unvermeidlichen Ablesefehler zusätzlich noch verfälscht sind.

Im Rahmen von Flugerprobungen und besonders für exakte Modellbildungen, auch im Hinblick auf die Simulation bestehender oder projektierter Flugzeuge, sind derartige Flugversuche unerläßlich, da die flugmechanischen Kenngrößen eines Flugzeuges auch heute nicht hinreichend genau durch Rechnung zu ermitteln sind. Zudem können Flugzeuge objektiver miteinander verglichen werden.

Es ist einleuchtend, daß die oben beschriebenen Anlagen und Verfahren nicht ohne weiteres im Bereich der Leichtflugzeugerprobung eingesetzt werden können, da die verwendeten Anlagen zu schwer, zu voluminös und nicht zuletzt zu kostspielig sind.

Ziel dieser hier vorgestellten Arbeit war es, eine Meßanlage, bestehend aus Sensorpaketen, Signalkonditionierung, Datenerfassungseinheit und der notwendigen Software zu entwickeln und zu erproben, die auf die Anforderungen und Beschränkungen im Bereich der Leichtflugzeugflugerprobung speziell zugeschnitten ist. Die komplette Anlage ist so ausgelegt, daß sie in ein beliebiges Segelflugzeug in verhältnismäßig kurzer Zeit eingerüstet werden kann und möglichst wenige Modifikationen an der Zelle des zu erprobenden Flugzeuges benötigt.

Die vorliegende Arbeit wurde als Diplomarbeit in der Akademischen Fliegergruppe Stuttgart durchgeführt und vom Institut für Flugmechanik und Regelungstechnik der Universität Stuttgart (IFR) betreut.