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fs 29 - "TF"

TF - Teleskop-Flügel

Die fs 29 ist das bisher einzige Segelflugzeug der Welt, das seine Spannweite im Flug verändern kann. Da während eines Leistungsfluges über Land ein Segelflugzeug in sehr unterschiedlichen Geschwindigkeitsbereichen geflogen wird, lohnt es sich, nach Wegen zu suchen, die Geometrie des Tragflügels besser an die Geschwindigkeit anzupassen, als dies mit Wölbklappen möglich ist. Dabei stehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten offen: Eine Variation der Flügeltiefe (Flächenklappe) oder der Spannweite (Teleskopflügel). Beide Philosophien wurden von der Akaflieg Stuttgart in bezug auf Leistungsgewinn und Baubarkeit gegeneinander abgewogen. Die Vorteile des Teleskopflügels:

  • eine größere Variationsmöglichkeit der Flügelfläche
  • im Langsamflug hohe Flügelstreckung, dadurch kleinerer induzierter Widerstand
  • ein Starrprofil mit ausgeprägter aber schmaler Laminardelle kann immer optimalen Bereich geflogen werden
  • soweit abzusehen, ein kleinerer Bauaufwand

überwogen in den Überlegungen bzgl. der mittleren Überlandgeschwindigkeit geringfügig die Vorteile der Flächenklappe.

Die Spannweitenänderung wird dadurch möglich, daß die Außenflügel des vierteiligen Flügels wie Handschuhe über die Innenflügel gleiten können. In Spannweitenrichtung liegt im Innenflügel ein umlaufender Zahnriemen, der mit einer Stoßstange den Außenflügel ein- und ausfahren kann. Dieser Zahnriemen wird über einen Torsionsantrieb vom Rumpf aus angetrieben. Im Rumpf sorgt ein Freilaufgetriebe für die Umsetzung der pumpenden Bewegung des Piloten in eine Drehbewegung. Um den Flügel genügend steif bauen zu können, wurden für den Holm und die Schale des Außenflügels Kohlefasern verwendet. Dabei kamen die Erfahrungen der Akaflieg Braunschweig zugute, die für die SB10 zum ersten mal Kohlefasern im Flugzeugbau verwendeten. Untersuchungen im Windkanal ergaben, daß die Aufdickung durch den Handschuh sich nicht störend auf die Aerodynamik des Flügels auswirkt, wenn sie nicht mehr als 3mm beträgt.

Für den Rumpf wurden umfangreiche Untersuchungen anhand von Windkanalmodellen durchgeführt. Als Ergebnis wurde eine Schulterdeckeranordnung gewählt, die Einschnürung gegenüber der fs 25 etwas zurückgenommen und die Nase stumpfer ausgeführt. Der Leitwerksträger besteht wieder aus einer Aluminiumröhre, die an ein Stahlrohrgerüst genietet ist. Das Leitwerk stammt vom Nimbus II von Schempp-Hirth.

Auf der Internationalen Luftfahrtschau ILA ´96 in Berlin war die fs 29 im Flugprogramm zu sehen. Zusammen mit der SB 10 und der SB 13 wurde sie im F-Schlepp und im Gleitflug vorgeflogen.

Nach dem Unfall im Sommer 1997 wurde beschlossen, das einzige Teleskopflugzeug der Welt wieder aufzubauen.

Mittlerweile kann man die fs 29 im Deutschen Museum in München bestaunen.

Technische Daten

Bau

1972 - 1975

Erstflug

15. Juni 1975

Bauweise

Innenflügel:
Holmgurte: KFK-Rovings
Schale, Steg: GFK-Schaumstoff-Sandwich

Außenflügel:
Rechteckteil: reine KFK-Schale
Trapezteil: GFK-Schaumstoff-Sandwich

Leitwerksträger: Alu

Spannweite

13,3 - 19 m

Flügelfläche

8,56 - 12,65 m²

Streckung

20,67 - 28,54

Profil

Rechteckteil: FX 73 -170
Trapezteil: FX 73 - K - 170/22, ß=0°

V-Stellung

2,5°

Pfeilwinkel

0° (t/4)

Zuspitzung

0,4

Querruderfläche

0,376 m²

Höhenleitwerksfläche

1,03 m²

Seitenleitwerksfläche

1,11 m²

Länge

7,16 m

Höhe

0,78 m

Leergewicht

357 kg

max. Fluggewicht

450 kg