Stimmen aus der Gruppe

Ja, es lohnt sich!

Viele meiner Freunde fragen mich, warum ich so viel Zeit in der Werkstatt verbringe, dafür später oder gar nicht zu Partys erscheine, Kneipenabende sausen lasse und meine Wochenenden im Sommer fürs Fliegen und im Winter für die Werkstatt „opfere“. Meine Antwort: Weil es mir Spaß macht! Weil ich meine Zeit lieber damit verbringe, zu sehen wie unter unseren Händen ein Flugzeug entsteht, als die x-te Folge einer x-beliebigen Fernsehserie zu schauen. Weil ich lieber etwas Neues lerne, Neues ausprobiere, Neues sehe, als meine Zeit vor dem PC zu vertrödeln.

Ich bin gleich zu Beginn des ersten Semesters zur Akaflieg gekommen. Anfangs wusste ich gerade mal wie man einen Schraubenzieher benutzt . Mittlerweile, nach eineinhalb Jahren, bringe ich selbst Vorschläge, betreue kleinere Teilprojekte und kann die Ideen der anderen nachvollziehen und bewerten.

Doch nicht nur in der Werkstatt, auch beim Fliegen habe ich viel Neues gelernt: Letztes Jahr noch „Fußgänger“ und von einem halben Meter Schnee auf dem Platz daran gehindert, meine ersten Starts im Anfängerlager machen zu können, habe ich nun meinen ersten Alleinflug hinter mir. Zur Freude am Fliegen kommt hinzu, dass ich auf einem wunderbaren Prototypen der Akaflieg Stuttgart, der fs31, das Fliegen erlerne. Es ist ein wunderbares Gefühl zu wissen, dass vor mehr als 30 Jahren Akaflieger diesen Segelflieger konstruiert und gebaut haben. Insbesondere, weil ich jeden Tag selbst erfahre, wie viel Arbeit und Ideen in so einem Flieger stecken. Doch gerade die noch fliegenden Prototypen, die fs25, die seit 1968 der Gruppe treu ist, die fs31, die schon Tausende Stunden, Starts und erste Alleinflüge von Flugschülern miterlebt hat, und die fs 33, die für die Scheinpiloten einen wunderbaren Überland- und Wettbewerbsflieger mit Wölbklappen darstellt, motivieren mich bei meiner Arbeit an unserem Projekt, der fs35. Sie zeigen mir: Ja, es lohnt sich. Ja, es entsteht etwas wunderbares aus unserem Projekt. Und ja, noch viele andere werden Freude an der fs35, unserem jetzigen Projekt, haben, wenn sie auf ihr das Fliegen mit Motor erlernen, von ihr in die Luft geschleppt werden, ihre ersten Flugzeugschlepps hinter ihr erleben.

Dies ist der Grund warum ich in der Akaflieg bin und um nichts in der Welt tauschen möchte.

Johanna „Blacky“