Geschichte

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Die Anfänge

Unter dem Namen „Akademische Fliegergruppe im F.V.S.“ löste sich 1926 eine Gruppe von 8 Mitgliedern unter der Leitung von Wolf Hirth aus dem Flugtechnischen Verein Stuttgart. Diese -alle Angehörige der technischen Hochschule- wollten lieber Flugzeuge konstruieren und bauen, anstatt ihre Zeit mit „Vereinsmeierei“ zu vergeuden. Dies gilt bis heute auch für uns, die jetztige Aktive Gruppe. Die damalige Gruppe ließ sämtliche Flugzeuge, die Werkstatt, sowie das Werkzeug im F.V.S. zurück, um vollständig von vorne anzufangen. Bereits 1928 war die Mitgliederzahl auf das Doppelte gestiegen und der Flugzeugpark der Gruppe bestand auch schon aus drei Segel- und vier Motorflugzeugen. Die Akaflieg betrieb damals – im Gegensatz zu heute – wesentlich mehr Motor- als Segelflug.

Vorkriegs- und Kriegsjahre

Mit Beginn der Nazi-Herrschaft 1933 musste die Gruppe die Motormaschinen abgeben. Daher beschäftigte sich die damalige Gruppe verstärkt mit dem Segelfliegen. Trotz veränderter politischer Verhältnisse konnte so der Werkstattbetrieb sowie die Struktur der Gruppe in dieser Zeit erhalten werden.
Das erste von der Akaflieg konstruierte Flugzeug mit der Bezeichnung „fs“, die fs16 „Wippsterz“, entstand 1936. Dabei steht das Kürzel für „fs“, welches bis heute von der Stuttgarter Akaflieg verwendet wird, für „Flugtechnische Fachgruppe Stuttgart“, die „16“ für die Spannweite des Fliegers. Anschließend wurden fs17, deren Pilot liegend im Flugzeug untergebracht war, und die fs18, das erste Segelflugzeug mit Einziehfahrwerk, konstruiert und gebaut. Die fs18 flog während des Rhönwettbewerbs 1938 zum ersten Mal. Die fs18b, die die bei einem Flugunfall Ende 1938 zerstörte fs18 ersetzen sollte, konnte genauso wie die fs 20 infolge des Kriegs nicht mehr gebaut werden. Während des zweiten Weltkriegs kam sowohl der Werkstatt- wie auch der Flugbetrieb durch die Einberufung der Mitglieder mehr und mehr zum Erliegen. Mit der Zerstörung der Werkstatt in Stuttgart und der Flugzeughallen auf dem Hornberg 1945 ging das gesamte Eigentum der Akaflieg verloren.

Nachkriegszeit

Nach dem Krieg fanden die Mitglieder zunächst in der neugegründeten Modellfliegergruppe „Ikarus“ wieder zusammen, da sämtlicher Flugsport untersagt war. 1950 ging diese dann in die neugegründete „Akademische Fliegergruppe Stuttgart“ über. Bis 1949 konnte die Gruppe eine behelfsmäßige Werkstatt in der Leuschnerstraße erwerben. Auch der Flugbetrieb auf dem Hornberg konnte durch Spenden für ein Grunau Baby II, eine Hütter H17a und den Selbstbau „Hol’s der Teufel“ wieder anlaufen. In der kommenden Zeit war die Arbeit der Akaflieg durch die Unzulänglichkleit der Werkstatt, die sich nach vielen Umzügen erst 1959 mit dem Einzug in die Kellerräume der alten Mensa nennenswert besserte, stark behindert.

Umzug auf den Campus Vaihingen

Der 1. Oktober 1970 war für die Werkstattarbeit ein weiterer Meilenstein: Die Akaflieg zog in die Räumlichkeiten im Pfaffenwaldring 35 ein, in denen Werkstatt, Konstruktionsbüro, Bücherei, Vorstandsbüro und Kalibrierstelle unter einem Dach bis heute vereint sind. Viele Ideen für die fs-Projekte und deren Umsetzung haben hier das Licht der Welt erblickt: Von der fs31, dem Doppelsitzer mit Sicherheitscockpit aus Kohle und Kevlar, die bis heute in der Segelflugschulung gute Dienste erweist, bis zum heutigen Projekt der „fs35“, dem leistungsfähigen Motorsegler, der für den Schleppbetrieb ausgelegt ist.

Im Frühjahr 1972 zog auch der Flugbetrieb vom mittlerweile überfüllten Hornberg auf das neue Segelfluggelände in Bartholomä um, das durch seine einzigartig guten thermischen Bedingungen sowie sein Platzangebot der Akaflieg uns nach wie vor eine ideale Basis für den Flugbetrieb bietet.

Der Bau unserer heutigen Unterkunft in Bartholomä fand Anfang der achtziger Jahre statt und ermöglicht uns heute Dank seiner großzügigen Auslegung auch die Durchführung großer Fluglager, beispielsweise innerhalb der Idaflieg, ohne in Zelten oder der Halle übernachten zu müssen. Im Nachhinein wurde das Haus infolge des unerwartet großen Bauaufwandes zum Projekt „fs30“ gekürt, dem einzigen nichtfliegenden Projekt der Akaflieg. Schon manche Lösung für ein Problem am jetzigen Projekt wurde abends nach dem Flugbetrieb vor dem Kamin im Aufenthaltsraum der „fs30“ ausgetüftelt.