Semesterprogramm Sommersemester 2012

Carl Orff "Der Mond"
ein kleines Welttheater nach einem Märchen der Brüder Grimm

Carl Orff bezeichnete seinen Bühnenerstling, den er in den Jahren 1936 bis 1938 komponierte, als "nachdenkliches Gleichnis von der Vergeblichkeit menschlichen Bemühens, die Weltordnung zu stören" und als "Parabel vom Geborgensein in eben dieser Welt".

Text, Musik Regieanweisungen und szenisches Konzept stammen alle aus Orffs Hand: Die Bühne soll viergeteilt sein in zwei "Länder" mit je Ober- und Unterwelt. Bei unserer Inszenierung mit dem Figurentheater der Musikhochschule Stuttgart wird das auf den verschiedenen Stegen im Züblinhaus stattfinden.

Ähnlich wie in den "carmina burana" reicht die textliche Ausdrucksskala von erregter, rhythmischer Deklamation, Sprechgesängen mit vielen Ton- und Motivwiederholungen über heiteres Parlando bis hin zu stimmungsvollen, lyrischen Kantilenen, die tonal gebunden sind.

Die Fassung für zwei Klaviere und viel Schlagzeug, die die große Sinfonieorchesterfassung ersetzt, hatte Orff für Schulaufführungen konzipiert. Für die Schulmusik waren einige seiner Werke sehr bedeutend.

Nach dem Musikstudium in München, Mannheim und Darmstadt hatte sich Orff der nämlich zunächst der Musikpädagogik zugewandt. Er entwickelte das Orff-Instrumentarium, das bis heute in vielen Grund- und Musikschulen verwendet wird, um Kindern einen Zugang zur praktischen Musikausübung zu verschaffen.

(Veronika Stoertzenbach)

Letzte Änderung: 22.03.2012,  MvS