Nr. 2  2003    

 

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Multimediale Online-Tutorials über Basistechnologien für Location-Based-Webservices

 

Aufgabe des Studienprojekts "Spatial Model Server für Nexus" war es, eine Komponente für eine offene Plattform für ortsbezogene Anwendungen zu entwickeln. Im vorbereitenden Seminar wurde in das Forschungsprojekt Nexus und die dort verwendeten Technologien eingeführt. Diese bilden Basistechnologien für Location-based Web-Services und sind weit über den Rahmen des Seminars hinaus von Interesse. Deswegen wurden die dort erarbeiteten Themen in Form von interaktiven Online-Tutorials aufbereitet.

Nexus

Ziel der Foschergruppe Nexus [1] ist die Erforschung einer offenen Plattform für raumbasierte, mobile Anwendungen, wie sie durch die Weiterentwicklung von kleinen, leistungsfähigen Endgeräten mit Internetverbindung und Lokalisation möglich werden (Subnotebooks, Webpads, PDAs und Mobiltelefone). "Offene Plattform" bedeutet dabei, daß sowohl die Entwicklung neuer Anwendungen wie auch die Bereitstellung von Informationen prinzipiell für jeden möglich ist, in Analogie zum World Wide Web.
Nexus liegt die Idee des Augmented World Models zugrunde. Es handelt sich dabei um ein Modell der realen Welt (mit Straßen, Gebäuden, Autos, mobilen Benutzern), angereichtert (augmented) durch virtuelle Objekte, die als Metaphern für Informationen (Webseiten, Theaterspielpläne, Speisekarten) und Dienste (Fahrplanauskunft, ...) dienen. Dieses Modell ergibt sich durch das Angebot verschiedener Spatial Model Server (SpaSe), die in ihrer Aufgabe mit einem Webserver zu vergleichen sind, in ihrer Funktionsweise mit einer Geodatenbank.


Bild 1: Augmented World Model und Reale Welt

Studienprojekte

Ein Studienprojekt ist eine Lehrveranstaltung im Hauptstudium des Diplomstudiengangs Softwaretechnik, in der sechs bis zwölf Studierende ein Jahr lang ein größeres Softwareprojekt durchführen. Der betreuende Lehrstuhl stellt dabei einen Kunden, der Anforderungen formuliert. Es wird großen Wert auf sauberes, ingenieurmäßiges Vorgehen und gute Planung gelegt, und die Studierenden arbeiten sehr selbstständig (so gibt es z.B. einen studentischen Projektleiter, der für Management und Planung verantwortlich ist sowie meist mehrere Entwicklerteams für die verschiedenen Teilaufgaben).Weiteres zum Thema Studienprojekte findet sich in [2]. Im Sommersemester 2001 und Wintersemester 2001/2002 führte die Abteilung Anwendersoftware des IPVR erstmals ein Studienprojekt durch.


Bild2: Studienprojekt „Spatial Model Server“

Das Seminar

Begleitend zum Studienprojekt wurde ein Seminar durchgeführt, dessen Themen in bestehende Komponenten der Nexus-Plattform sowie die dort verwendeten Basistechnologien einführten:

  • Nexus – Die Vision
  • Das ViLiS-System
  • Das Augmented World Model
  • XML - Grundlagen
  • SOAP und XML Schema
  • XML Parser
  • APIs für XML Parser
  • IBM Spatial Extender
  • Kartengenerierung aus Vektordaten

Diese Themen sind nicht nur im Rahmen des Studienprojekts von Interesse, sondern auch in der aktuellen Lehre, als Grundlage für weitere studentische Arbeiten in der Forschergruppe und für die wissenschaftliche Weiterbildung.
Deswegen sollten die Studierenden neben ihrem Seminarvortrag statt einer „klassischen“ Ausarbeitung ein je Online-Webtutorial zu ihrem Vortragsthema erstellen, in dem das Thema multimedial und interaktiv aufbearbeitet wird. Dabei sollten die Vortragsfolien, erläuternde Texte, eventuelle Vortrags-Mitschnitte, weiterführendes Material und Fragen zum Verständnis zu einer Lerneinheit verbunden werden.

Die Online-Tutorials

Bei der Umsetzung dieser Vorgaben ergaben sich einige Probleme. Gewünscht war ein Ergebnis, bei dem der begleitende Text neben den Vortragsfolien zu sehen war. Zunächst sollte hier AIDA zum Einsatz kommen, jedoch war diese Funktion dort nicht möglich. Einige der Studierenden griffen daraufhin auf die HTML-Exportfunktion von Powerpoint zurück. Dadurch konnten zusätzliche Erläuterungen als Notizenseiten angezeigt werden. Allerdings mangelte es diesen Ergebnissen an Interoperabilität zwischen verschiedenen Browsern. Wirklich plattformunabhängig waren nur die Tutorials, die unter hohem Zeitaufwand in Handarbeit entstanden.
Die so entstandenen Online-Tutorials zu den oben genannten Themen finden sich unter
http://www.informatik.uni-stuttgart.de/ipvr/as/lehre/edudoc/ .

Bewertung

Um Seminarvorträge sinnvoll in Online-Tutorials umzuwandeln, ist beim derzeitigen technischen Stand ein hoher Zusatzaufwand notwendig. Die Exportfunktion von PowerPoint ist dabei nicht ausreichend, um ein plattformunabhängiges Ergebnis zu erreichen (was bei der Heteroginität der verwendeten Browser absolut notwendig ist). Wenn dieser Aufwand jedoch erbracht wird und die Umsetzung in technisch versierter Handarbeit geschieht, kann jedoch ein sehr brauchbares Ergebnis entstehen. Im Gegensatz zu einer rein textuellen Ausarbeitung können die erarbeiteten Themen so besser der Nachwelt erhalten bleiben.

Literatur, weiterführende Links

[1]
Forschergruppe Nexus: http://www.nexus.uni-stuttgart.de/

[2]
Ludewig, J. (Hrsg.): Praktische Lehrveranstaltungen im Studiengang Softwaretechnik: Programmierkurs, Software-Praktikum, Studienprojekte, Fachstudie. mit Beiträgen von Stefan Krauß, Jochen Ludewig, Patricia Mandl-Striegnitz, Ralf Melchisedech, Ralf Reißing. Bericht der Fakultät Informatik, Universität Stuttgart, 2. Auflage, 2001. [PDF]

[3]
Weiteres Online-Material der Abteilung Anwendungssoftware, IPVR: http://www.informatik.uni-stuttgart.de/ipvr/as/lehre/edudoc/


[ Autor/en:  Daniela Nicklas, Prof. Bernhard Mitschang Institut:  Institut für parallele und verteilte Systeme, Abteilung Anwendungssoftware  Link zum Projekt :  http://www.informatik.uni-stuttgart.de/ipvr/as/lehre/edudoc ] [ Druckversion ]




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